Eigenkapitalrendite
Auch: EK-Rendite, Return on Equity
Die Eigenkapitalrendite zeigt, wie stark sich das eingesetzte Eigenkapital pro Jahr verzinst – anders als die Mietrendite bezieht sie die Finanzierung ein. Durch den Hebel des Fremdkapitals (Leverage-Effekt) kann sie über der Objektrendite liegen, bei höheren Zinsen aber auch darunter.
Während die Bruttomietrendite nur Kaufpreis und Miete gegenüberstellt, fragt die Eigenkapitalrendite: Wie gut arbeitet das eingesetzte Geld? Wird ein Teil der Investition über einen Kredit finanziert, verteilt sich derselbe Ertrag auf weniger eigenes Kapital – das ist der Leverage-Effekt.
Formel
Direkte Berechnung
EK-Rendite (%) = (Reinertrag − Zinsaufwand) ÷ Eigenkapital × 100
Der Reinertrag ist die Jahreskaltmiete abzüglich nicht umlagefähiger Kosten. Abgezogen wird nur der Zinsanteil der Rate – die Tilgung ist Vermögensaufbau, kein Aufwand. Zum Eigenkapital gehören auch die selbst gezahlten Kaufnebenkosten.
Leverage-Formel
EK-Rendite (%) = GK-Rendite + (GK-Rendite − FK-Zins) × (Fremdkapital ÷ Eigenkapital)
Diese Fassung zeigt das Prinzip statt der Beträge: Solange die Gesamtkapitalrendite über dem Kreditzins liegt, ist die Klammer positiv und jeder Euro Fremdkapital hebt die Rendite. Ist der Zins höher, wird die Klammer negativ – dann senkt derselbe Hebel sie, umso stärker, je größer der Fremdkapitalanteil.
Rechenbeispiel
| Gesamtinvestition (Kaufpreis + Kaufnebenkosten) | 320.000 € |
| Eigenkapital | 80.000 € |
| Fremdkapital (FK ÷ EK = 3) | 240.000 € |
| Reinertrag p. a. (4,5 % GK-Rendite) | 14.400 € |
| Zinsaufwand p. a. (3,5 % von 240.000 €) | − 8.400 € |
| Überschuss vor Tilgung | 6.000 € |
Die Leverage-Formel führt zum selben Ergebnis: 4,5 % + (4,5 % − 3,5 %) × 3,0 = 7,5 %. Aus 4,5 % Objektrendite werden 7,5 % auf das eigene Kapital – nur weil der Kredit günstiger ist als das, was das Objekt erwirtschaftet.
Der Gegenfall zeigt das Risiko: Läge der Zins bei 5,0 %, wären 12.000 € Zinsen fällig, der Überschuss betrüge 2.400 € und die EK-Rendite 3,0 % – weniger als die Objektrendite (4,5 % + (4,5 % − 5,0 %) × 3,0 = 3,0 %).
Wann lohnt sich der Hebel?
| Verhältnis GK-Rendite zu Zins | Einordnung |
|---|---|
| GK-Rendite über Zins | Positiver Hebel – mehr Fremdkapital hebt die EK-Rendite |
| GK-Rendite ≈ Zins | Kaum Hebeleffekt – die Finanzierung ändert wenig |
| GK-Rendite unter Zins | Negativer Hebel – mehr Fremdkapital senkt die EK-Rendite |
Einordnung für 2026: Zehnjährige Finanzierungen lagen Anfang September je nach Beleihungsauslauf bei rund 3,7 bis 4,2 % effektiv, die Nettomietrendite gefragter Lagen meist darunter – der Hebel wirkt dort derzeit negativ. Er verstärkt zudem nicht nur Gewinne, sondern auch Verluste: Je höher der Fremdkapitalanteil, desto stärker schlagen Leerstand oder ein höherer Zins bei der Anschlussfinanzierung durch.
Abgrenzung zu verwandten Kennzahlen
Gesamtkapitalrendite: die Rendite auf die gesamte Investition, unabhängig von der Finanzierung – der Ausgangswert der Leverage-Formel.
Cashflow: der monatliche Überschuss nach Zins und Tilgung. Die EK-Rendite kann positiv sein, während der Cashflow negativ ist – die Tilgung baut dann Vermögen auf, das nicht auf dem Konto liegt.
Eigenkapitalquote: der Anteil des Eigenkapitals an der Gesamtinvestition. Aus ihr ergibt sich FK ÷ EK, also die Stärke des Hebels.
IRR (interner Zinsfuß): fasst die gesamte Haltedauer inklusive Verkauf zusammen und gewichtet den Zeitpunkt jeder Zahlung – die Eigenkapitalrendite ist eine Momentaufnahme eines Jahres.
Häufige Fehler
Tilgung als Kosten verbuchen: Sie senkt die Restschuld und ist Vermögensaufbau – abgezogen wird nur der Zinsanteil. Kaufnebenkosten nicht zum Eigenkapital zählen: Grunderwerbsteuer, Notar und Makler zahlt man fast immer selbst; wer sie im Nenner weglässt, rechnet die Rendite zu hoch.
Nur Jahr 1 betrachten: Die Rendite ändert sich über die Haltedauer – die Tilgung senkt den Zinsaufwand, die Anschlussfinanzierung kann ihn wieder anheben. Ein Mehrjahresblick über den IRR ist aussagekräftiger.
Häufige Fragen
Sie zeigt, wie stark sich das eingesetzte Eigenkapital pro Jahr verzinst, inklusive Finanzierung. Durch den Hebel des Fremdkapitals kann sie über oder unter der Objektrendite liegen.
Direkt: Überschuss vor Tilgung ÷ Eigenkapital × 100. Über den Hebel: EK-Rendite = GK-Rendite + (GK-Rendite − FK-Zins) × (FK ÷ EK). Beide Wege führen zum selben Ergebnis.
Nein. Der Hebel wirkt in beide Richtungen: Liegt der Kreditzins über der Objektrendite, senkt mehr Fremdkapital die Rendite – und das Risiko steigt.
Nein. Die Tilgung ist kein Aufwand, sondern Vermögensaufbau: Sie senkt die Restschuld. Abgezogen wird nur der Zinsanteil. Ob monatlich Geld übrig bleibt, zeigt der Cashflow.
Zehnjährige Finanzierungen lagen Anfang September 2026 bei rund 3,7 bis 4,2 % effektiv, die Nettomietrendite gefragter Lagen darunter – dort wirkt der Hebel negativ.
Verwandte Begriffe
Eigenkapitalrendite & Hebel automatisch berechnen
Eigenkapital, Kaufpreis und Finanzierung eingeben – partimo zeigt die EK-Rendite über die Haltedauer und ob der Hebel trägt.
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